Die Elektriker-Kosten 2026 setzen sich meist aus einem Stundensatz von etwa 55 bis 95 Euro inklusive Mehrwertsteuer, einer Anfahrtspauschale und dem Material zusammen. Für kleine Arbeiten wie eine zusätzliche Steckdose zahlst du deshalb selten unter 80 Euro, größere Projekte wie ein neuer Zählerschrank oder die Erneuerung der Elektrik im Altbau gehen schnell in die Tausende. Wie viel es bei dir wird, hängt von Region, Zustand der Anlage und Umfang ab.
Dieser Ratgeber zeigt dir Richtwerte für die häufigsten Elektroarbeiten, erklärt, worauf du bei Angeboten achten solltest, und warum Arbeiten an der Hausinstallation nicht in Eigenregie erledigt werden dürfen.
Wie setzt sich der Stundensatz eines Elektrikers zusammen?
Der Stundensatz deckt weit mehr als den Lohn des Monteurs: Fahrzeug, Werkzeug und Messgeräte, Versicherungen, Weiterbildung, Büro und Gewinn sind darin enthalten. Für Meister- oder Notdiensteinsätze, Abend- und Wochenendtermine fallen Zuschläge an. Viele Betriebe rechnen in 15- oder 30-Minuten-Takten ab.
- Arbeitszeit: etwa 55 bis 95 Euro pro Stunde (Richtwert, regional sehr unterschiedlich)
- Anfahrt: häufig als Pauschale, abhängig von der Entfernung
- Material: Steckdosen, Kabel, Sicherungen, Verteiler – oft mit Aufschlag auf den Einkaufspreis
- Zuschläge: Notdienst, Feiertage, Nachtarbeit
Einen allgemeinen Überblick über Handwerkerpreise findest du im Ratgeber Was kostet ein Handwerker 2026.
Elektriker-Preise für typische Arbeiten
| Arbeit | Richtwert inkl. MwSt. | Hinweise |
|---|---|---|
| Steckdose oder Schalter setzen | ca. 80–180 € pro Stück | günstiger bei Tausch, teurer bei neuer Leitung |
| Rauchmelder montieren | ca. 40–80 € pro Stück | inkl. Gerät, je nach Modell |
| Wallbox installieren | ca. 800–2.000 € pauschal | ohne Gerät, abhängig von Leitungslänge |
| Elektroinstallation erneuern | ca. 80–150 € pro m² Wohnfläche | Altbau, inkl. Leitungen und Verteiler |
| Zählerschrank erneuern | grob ab ca. 1.500 € bis mehrere Tausend Euro | stark abhängig von Größe und Vorschriften |
| E-Check Wohnung | grob ca. 100–300 € | abhängig von Anzahl der Stromkreise |
Alle Werte sind Richtwerte. Wenn du ein eigenes Budget aufstellen möchtest, nutze den Preisrechner für Elektroarbeiten.
Steckdosen und Schalter
Wird nur eine vorhandene Steckdose gegen ein neues Modell getauscht, ist das oft in wenigen Minuten erledigt – den Großteil der Rechnung machen dann Anfahrt und Mindestzeit aus. Bündle daher kleine Arbeiten: Wenn der Elektriker schon da ist, lohnt es sich, gleich mehrere Steckdosen, Lampenanschlüsse oder Schalter zu erledigen. Neue Steckdosen mit eigener Leitung, Schlitzen und Verputzen sind deutlich aufwendiger.
Rauchmelder
In allen Bundesländern gilt inzwischen eine Rauchmelderpflicht für Wohnräume, meist für Schlafräume, Kinderzimmer und Flure, die als Fluchtweg dienen. Wer einbauen und wer warten muss, regelt die jeweilige Landesbauordnung. Batteriebetriebene Melder mit langer Lebensdauer kannst du selbst montieren; Funk-vernetzte oder fest an das Stromnetz angeschlossene Melder gehören in die Hand eines Fachbetriebs.
Sicherungskasten und Zählerschrank
Alte Sicherungskästen mit Schraubsicherungen und ohne Fehlerstrom-Schutzschalter (FI) sind in vielen Altbauten noch Alltag. Moderne Anlagen benötigen in der Regel FI-Schutzschalter für Stromkreise mit Steckdosen, und bei größeren Änderungen verlangen die aktuellen technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers oft einen neuen Zählerschrank. Spätestens bei Wärmepumpe, Photovoltaikanlage oder Wallbox reicht der Platz im alten Kasten häufig nicht mehr aus.
Die Kosten hängen von Zählerplätzen, Verteilerfeldern, Überspannungsschutz und eventuell neuen Zuleitungen ab. Für einen Zählerschrank im Einfamilienhaus solltest du grob mit mindestens 1.500 Euro rechnen, bei aufwendigen Umbauten mit deutlich mehr. Hol dir hier unbedingt mehrere Angebote ein, die dieselben Komponenten ausweisen.
E-Check: Wann lohnt sich die Prüfung?
Beim E-Check prüft ein Elektrofachbetrieb die Anlage nach festen Kriterien: Isolationswiderstand, Schutzleiter, Auslösung der FI-Schalter, Sichtprüfung von Leitungen und Geräten. Am Ende steht ein Prüfprotokoll. Für Privathaushalte ist der E-Check nicht gesetzlich vorgeschrieben, er ist aber sinnvoll:
- beim Kauf eines älteren Hauses oder einer Wohnung
- wenn Sicherungen häufig auslösen oder Steckdosen warm werden
- vor dem Anschluss großer Verbraucher wie Wallbox oder Durchlauferhitzer
- wenn die Anlage seit Jahrzehnten nicht geprüft wurde
- als Vermieter, um die Sicherheit der Mietwohnung zu dokumentieren
Manche Versicherer honorieren einen aktuellen E-Check. Frag bei deiner Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung nach, ob es Vorteile gibt.
Wallbox installieren lassen
Für das Laden eines Elektroautos zu Hause ist eine Wallbox die sichere Lösung. Die Installation umfasst meist eine eigene Zuleitung vom Verteiler, Leitungsschutz, einen passenden FI-Schutz und die Montage. Richtwert: etwa 800 bis 2.000 Euro für die Installation, abhängig von Leitungslänge, Wanddurchbrüchen und dem Zustand des Zählerschranks. Das Gerät selbst kommt hinzu.
Wallboxen müssen beim Netzbetreiber angemeldet werden. Ladeeinrichtungen mit mehr als 11 kW Leistung brauchen zusätzlich dessen Zustimmung. Die Anmeldung übernimmt in der Regel der ausführende, beim Netzbetreiber eingetragene Elektrofachbetrieb.
Mehr zu Anbietern und Leistungen findest du auf der Seite Wallbox-Installation.
Altbau-Elektrik erneuern
Zweiadrige Leitungen ohne Schutzleiter, Stoffkabel, zu wenige Stromkreise und überlastete Mehrfachsteckdosen sind typische Altbau-Probleme. Eine Komplettsanierung der Elektrik bedeutet: neue Leitungen in Schlitzen oder Leerrohren, neue Unterverteilung, ausreichend Stromkreise für Küche und Bad und oft ein neuer Zählerschrank. Als Richtwert gelten etwa 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Kosten für Putz-, Maler- und Bodenarbeiten danach kommen hinzu.
Am günstigsten ist eine Elektrosanierung, wenn ohnehin renoviert wird. Plane sie deshalb zusammen mit anderen Gewerken, zum Beispiel im Rahmen einer Altbausanierung oder vor der Badsanierung.
Warum nur ein eingetragener Fachbetrieb ran darf
Arbeiten an der elektrischen Anlage hinter dem Hausanschluss – also Errichten, Erweitern und wesentliches Ändern – dürfen nach den Vorgaben der Niederspannungsanschlussverordnung grundsätzlich nur Installationsunternehmen ausführen, die im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen sind. Dafür muss der Betrieb unter anderem eine fachlich qualifizierte Person, etwa einen Elektromeister, nachweisen.
Das hat praktische Folgen: Ohne eingetragenen Betrieb meldet der Netzbetreiber keine neuen Anlagen an, Zähler werden nicht gesetzt, und im Schadensfall kann es Ärger mit der Versicherung geben. Pfusch an der Elektrik ist zudem lebensgefährlich. Frag deshalb ruhig nach, ob der Betrieb eingetragen ist. Weitere Kriterien zur Auswahl findest du in der Checkliste: guten Handwerker finden.
Weitere häufige Aufträge: Lampen, Herd und Durchlauferhitzer
Neben Steckdosen und Rauchmeldern gehören einige Arbeiten zum Alltag fast jedes Elektrikers. Eine Deckenleuchte anzuschließen ist meist schnell erledigt, schwere Leuchten oder Leuchten in hohen Treppenhäusern brauchen aber mehr Zeit und gegebenenfalls Gerüst oder Leiter. Der Anschluss eines Elektroherds an eine vorhandene Herdanschlussdose ist ebenfalls eine typische Kleinaufgabe, die nach Zeitaufwand berechnet wird. Fehlt die Dose oder muss eine neue Leitung gelegt werden, steigt der Aufwand deutlich.
Elektrische Durchlauferhitzer sind große Verbraucher und brauchen in der Regel einen eigenen Drehstromanschluss mit passender Absicherung. Je nach Leistung ist zudem eine Anmeldung oder Zustimmung beim Netzbetreiber erforderlich, die der eingetragene Fachbetrieb übernimmt. Auch beim Anschluss von Wärmepumpen, Klimageräten oder Photovoltaikanlagen arbeitet der Elektriker eng mit dem jeweiligen Anlagenbauer zusammen. Kläre in solchen Fällen vorab, welches Gewerk welche Leistungen übernimmt, damit nichts doppelt oder gar nicht im Angebot steht.
So sparst du bei Elektriker-Kosten
- Arbeiten bündeln: Eine Anfahrt für mehrere Aufgaben statt mehrerer Einzeltermine.
- Genau beschreiben: Fotos von Sicherungskasten und Einbausituation helfen bei einer realistischen Einschätzung.
- Angebote vergleichen: Achte darauf, dass Material und Arbeitszeit getrennt ausgewiesen sind.
- Steuerbonus nutzen: Arbeitskosten in deinem Haushalt können als Handwerkerleistung nach § 35a EStG abgesetzt werden – Rechnung aufheben und überweisen.
So hilft dir ardda
Auf ardda beschreibst du dein Vorhaben und kannst den Auftrag kostenlos einstellen. Elektrobetriebe aus deiner Region melden sich mit Angeboten, die du vergleichst – ohne Vermittlungsgebühr. Einen Überblick über Fachbetriebe findest du auf der Seite Elektriker in deiner Nähe.
Häufige Fragen
Darf ich eine Steckdose selbst austauschen?
Rechtlich sind Arbeiten an der festen Elektroinstallation Fachbetrieben vorbehalten, die im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen sind. Auch wenn der Tausch einfach wirkt: Verwechselte Leiter, fehlender Schutzleiter oder lose Klemmen können zu Stromschlag oder Brand führen. Im Schadensfall kann zudem die Versicherung die Leistung kürzen. Steckerfertige Geräte anzuschließen ist dagegen unproblematisch.
Was kostet ein Elektriker-Notdienst am Wochenende?
Im Notdienst kommen zum normalen Stundensatz Zuschläge für Nacht, Wochenende oder Feiertag hinzu, außerdem ist die Anfahrtspauschale oft höher. Eine feste Summe lässt sich nicht nennen, weil Region und Uhrzeit stark schwanken. Frag am Telefon nach Stundensatz, Zuschlägen und Anfahrt, bevor der Monteur losfährt. Ist kein echter Notfall gegeben, ist ein regulärer Termin deutlich günstiger.
Wie oft sollte die Elektrik im Haus geprüft werden?
Für Privathaushalte gibt es keine gesetzliche Prüfpflicht. Fachleute empfehlen bei Wohnungen und Einfamilienhäusern häufig eine Prüfung alle paar Jahre sowie bei jedem Eigentümer- oder Mieterwechsel. Bei Altbauten mit alten Leitungen oder nach Wasserschäden ist eine zeitnahe Prüfung sinnvoll. Den FI-Schutzschalter kannst du selbst regelmäßig über die Prüftaste testen.
Gibt es Förderung für Wallbox oder neue Elektrik?
Förderprogramme für private Wallboxen wurden in den vergangenen Jahren mehrfach aufgelegt und wieder beendet. Ob es aktuell ein Bundes-, Landes- oder kommunales Programm oder ein Angebot deines Stromversorgers gibt, solltest du vor der Beauftragung prüfen. Wichtig: Öffentlich geförderte Arbeitskosten kannst du nicht zusätzlich über den Steuerbonus für Handwerkerleistungen geltend machen.
Woran erkenne ich, dass meine Elektrik erneuert werden sollte?
Warnzeichen sind häufig auslösende Sicherungen, flackerndes Licht, warme Steckdosen oder Schalter, Schmorgeruch, fehlende FI-Schutzschalter und zweipolige Steckdosen ohne Schutzkontakt. Auch Stoff- oder Gummi-isolierte Leitungen deuten auf eine sehr alte Anlage hin. Ein E-Check schafft Klarheit, ob einzelne Maßnahmen reichen oder eine Komplettsanierung sinnvoll ist.



